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B80 Psychisch krank und suchtkrank – “zwischen allen Stühlen”?

     Vom Umgang mit Psychose – Sucht – Komorbidität

Personen mit einer Psychose-Sucht-Komorbidität sind in den letzten Jahren in den Psychiatrien und Suchteinrichtungen verstärkt auffällig geworden. Nach einer längeren Phase der Verunsicherung auf allen Seiten liegen mittlerweile erprobte Konzepte vor. Das ursprüngliche Bild des „Systemsprengers“ differenziert sich und weicht realistischen Vorstellungen. In geeigneten Betreuungsformen, deren Grundlagen vorgestellt werden, gibt es durchaus beachtliche Behandlungserfolge.
Ausgehend von den klassischen Diagnosemanualen ICD-10 und DSM-IV sollen Grundlagen der verschiedenen Aspekte von Sucht, schweren Persönlichkeitsstörungen und Psychosen überblicksartig vorgestellt und ggf. besprochen werden.
Das besondere Augenmerk liegt hier auf der Wechselwirkung der einzelnen Diagnosen. Diese Wechselwirkung durch das gemeinsame Auftreten von Sucht und Psychose führt zu einer neuen Qualität der Erkrankung, aus der sich spezifische Behandlungs- und Betreuungserfordernisse ableiten.

Mit der Einführung des Bundesteilhabegesetzes sind viele Träger aufgefordert, neue und gute Fachkonzepte zu erstellen. Für Fachbereiche, die mit Menschen mit Doppeldiagnose arbeiten, eine besondere Herausforderung. Ein Teil des Seminars wird darauf verwendet, wertvolle Tipps für die Erarbeitung von Fachkonzepten für die Betreuung dieses Personenkreises zu vermitteln.

 

Inhalte:

  • theoretische Grundlagen aus unterschiedlichen Perspektiven
  • praktische Hinweise für den täglichen Umgang im beruflichen Alltag
  • Modelle zu Krisenbewältigung, Rückfälligkeit, Rückfallprophylaxe
  • Motivational Interviewing
  • Die Frage der Ambivalenz
  • Ergo- und Kunsttherapie
  • Fachkonzepte für die Herausforderungen des Bundesteilhabegesetzes
  • Besonderheiten der Betreuung und Behandlung von Doppeldiagnosen in Zusammenhang mit dem Bundesteilhabegesetz (BTHG). 

 

Methoden:

Theorievermittlung, Gruppenarbeiten, Medieneinsatz,  Fallarbeiten und Selbsterfahrungsanteile, die den  weiteren Zugang zum diagnostischen  und therapeutischen Verstehen erschließen.

 

Zielgruppe:

MitarbeiterInnen aller Berufsgruppen aus dem sozialpsychiatrischen Umfeld.

 
Termine:       Mittwoch, 21.10.2026 (10 Uhr) – Donnerstag, 22.10.2026 (17 Uhr)
                    
                     insgesamt 16 UE
 
Ort:               4*-Konzepthotel HGS³ – Schelklingen
 

Kosten:         440,- € inklusive Tagungshauspauschale für Räumlichkeiten, Tagungsgetränke, 3-Gang-Mittagessen, Obst am Vormittag und Kleingebäck am Nachmittag

 

                     Sie benötigen eine Unterkunft während Ihres Aufenthalts? Wir empfehlen:

          • Konzepthotel HGS³ – Schelklingen (ab 115,- € / Nacht inkl. Frühstück → Als TN unserer Kurse können Sie bei verfügbarem Kontingent für 105,-€ / Nacht inkl. Frühstück im Hotel unterkommen! Geben Sie dies bei Ihrer Buchung deshalb unbedingt an! )
          • Gasthof „Hirsch“ – Schelklingen/Schmiechen (ab 52,50 € / Nacht zzgl. 9,90 € Frühstück)
          • BLB – Hotel – Blaubeuren (ab 55,- € / Nacht ohne Frühstück)

 

Referenten:

 

Harald Sadowski

Jahrgang 58, Dipl.-Sozialarbeiter, Sucht- und Sozialtherapeut, tiefenpsychologisch orientiert (GVS,VdR), seit 1983 in der stationären/komplementären Suchtkrankenhilfe engagiert, insbesondere im Bereich des §72 BSHG, seit 1995 Geschäftsführer und Leiter des Wohn- und Betreuungsverbundes Markus-Haus Essen, entwickelte ein spezielles sozialtherapeutisches Betreuungs (Pilot-)konzept nach §53 SGB XII ( § 39 BSHG) für PatientInnen mit einer Psychose-Sucht Komorbidität (Doppeldiagnosen), welches seit einigen Jahren (1998) dort angewandt wird. Seit 2001 internat. Fortbildungserfahrung für Fachverbände und Fortbildungsträger, tätig in Konzeptberatung von Trägern, freie internat. Dozententätigkeit FH, Publikationen in Fachpresse et al., Mitherausgeber der „Kerbe“ 1/2006, (Bundesweite Fachzeitschrift/Forum für Sozialpsychiatrie), Herausgeber des Bandes „Psychose und Sucht- Behandlung und Rehabilitation“, Okt. 2010, Gründungs-und Vorstandsmitglied der Deutschen Fachgesellschaft Psychose und Sucht e.V.

 

Frieder Niestrat

Jahrgang 63, Dipl.-Psychologe, Schwerpunkt Diagnostik und Klinische Psychologie, Ausbildung in Logotherapie und Existenzanalyse, mehrjährige Erfahrung in der Arbeit mit jugendlichen Suchtkranken, stellv. Leiter des Wohn- und Betreuungsverbundes Markus-Haus Essen, mitverantwortlich für die Entwicklung und Umsetzung der im Markus-Haus Essen angewandten Betreuungskonzeption für PatientInnen mit Psychose-Sucht –Komorbidität (Doppeldiagnosen). Seit 2001 internat. Fortbildungserfahrung für Fachverbände und Fortbildungsträger, tätig in Konzept-Beratung von Trägern, freie internat. Dozententätigkeit FH, Publikationen in Fachpresse et al. Mitherausgeber der „Kerbe“ 1/2006, (Bundesweite Fachzeitschrift/Forum für Sozialpsychiatrie), Herausgeber des Bandes „Psychose und Sucht- Behandlung und Rehabilitation“, Okt. 2010, Gründungsmitglied der Deutschen Fachgesellschaft Psychose und Sucht,e.V. dort Fachbereichssprecher komplementäre Hilfen.